08
Nov
2019

Richtungswechsel

Vor gut zehn Jahren durfte ich zum ersten Mal das Schweizer Nationaldress überziehen und an der EYOC um die Medaillen kämpfen. Seither habe ich unzählige Stunden aufgewendet, um eine bessere OL-Läuferin zu werden. Mein Weg führte über das Juniorenkader und die Junioren-WM weiter ins Elitekader, an Weltcups, an EMs und auch an die WM. Ich hatte stets ein nächstes Ziel vor Augen.

Während ich letzten Herbst in Schweden noch motiviert für die WM in Norwegen trainierte, merkte ich im Frühling bald, dass ich mein Ziel aus den Augen verloren hatte. Ich träumte nicht mehr von der WM und am Weltcup in Finnland wusste ich auch nicht so genau, was ich hier eigentlich tue. Zuerst dachte ich mir, das geht vorüber, das kommt schon wieder.

Nach einem Sommer mit nur wenig OL, setzte ich mir die Mitteldistanz am Weltcup in Laufen als Ziel. Ich selektionierte mich, ging dahin, hatte Freude am OL machen, lief gut und war zufrieden.

Alles gut, könnte man sich denken. Habe ich mir vielleicht auch einen Moment eingeredet. Doch das bin nicht ich. Und das wichtigste ist doch, dass man zu sich selbst ehrlich ist, oder?

Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, stellt für mich der OL-Spitzensport keinen Reiz mehr dar. Ich strebe nicht mehr danach, an der WM oder anderen internationalen Wettkämpfen aufs Podium zu laufen. Und nur weil ich gerne trainiere und gerne OL mache, gehöre ich nicht ins Nationalkader.

Deshalb ist es Zeit für einen Richtungswechsel. Ich habe mich dafür entschieden, nächstes Jahr nicht mehr Teil des Nationalkaders zu sein.

Was natürlich nicht bedeutet, dass ich nicht weiterhin viel trainiere, nicht weiterhin auf die nordischen Staffeln setze und nicht weiterhin ab und zu Selektionsläufe laufe!

Natürlich möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen bedanken, die mich auf meinem Weg begleitet und unterstützt haben. Ein spezielles Dankeschön an meine persönliche Betreuer (Christoph Mahrer, Sara Gemperle, Kurt Schmid und Patrik Thoma) und an meine Sponsoren (Mahrer Treuhand AG, Steck + Partner Architekten, Physio5, Swisslos Aargau).

Bis bald mal an einem schönen OL!

P.S. Das war wohl mein letzter Bericht auf dieser Homepage.

16
Jul
2019

Frühlingssaison

Die internationale Saison startete anfangs Juni in Finnland. Auf dem Programm standen eine Mitteldistanz, einen Jagdstart und eine Sprintstaffel.

in der Mitteldistanz startete ich gut ins Rennen. Ein kleiner Fehler (1') zu Posten 10 kostete mich einige Ränge und in der Endabrechnung wurde ich 30. Ein solider Start in die internationale Saison.

Tags darauf waren die Batterien beim Jagdstart schnell leer. Ich musste von Anfang an kämpfen und mich von einigen Läuferinnen überholen lassen.

Das Highlight des Weltcups war ganz klar die Sprintstaffel. Sofie, Tobia und Pascal liefen alle über unseren Erwartungen und so durfte ich als fünfte(!) auf die letzte Strecke. Die Stimmung in Helsinki war fantastisch und ich konnte den 7. Rang über die Ziellinie retten.

Nach dem Weltcup ging es direkt weiter an die Venla-Staffel. Leider waren unsere besten Läuferinnen von GMOK dieses Jahr nicht mit dabei und so liefen wir nie um die Topplatzierungen mit. Natürlich war es trotzdem ein tolles Wochenende!

Vor gut einer Woche wurden die Tickets für die WM im August vergeben. Ich konnte dieses Jahr an diesen Selektionsläufen nicht überzeugen und ging somit leer aus.

25
Mar
2019

Testmonat März

Während der Februar noch ein "Grundlagenmonat" ist, ist der März für mich ein "Testmonat"; das Trainingsvolumen ist immer noch eher hoch, doch es stehen verschiedene Test an. So sollte ich Ende Monat wissen, an was ich bis zu den ersten wichtigen Wettkämpfen von anfangs Mai noch arbeiten muss.

Trainingslager in Portugal

Anfangs März verbrachte ich 9 Tage mit dem Nationalkader in Portugal. Insgesamt 18 OL-Trainings konnte ich bei guten (sonnigen) Trainingsbedingungen absolvieren. Darunter waren auch zwei Wettkämpfe; wir liefen jeweils eine Mitteldistanz an der POM und NAOM.

Foto: Armando Vieira

Ich reiste mit müden Beinen und der Gewissheit, dass meine OL-Technik grundsätzlich gut funktioniert, zurück. Während den Wettkämpfen war ich aber teilweise etwa schneller unterwegs, als die Technik es zuliess und so unterliefen mir Fehler. Daran muss ich noch arbeiten.

Kerzerslauf

Eine Woche nach dem Trainingslager rannte ich den Kerzerslauf. Ich war nicht im Hauptfeld über 15km zu finden, sondern hatte mich zuvor dafür entschieden, über 5km zu starten. Auch diese Kategorie war sehr gut besetzt und das Tempo vom Start weg dementsprechend hoch. Nach einem Kilometer hatte ich meine "Position" im Feld gefunden und konnte für mich auf der coupierten Strecke ein gutes Rennen laufen. Es resultierte der 7. Schlussrang und eine Zeit von 18.45. (Rangliste)

Foto: Gabriel Lombriser

Dieses Rennen gab mir das Feedback, dass ich nach den Wintermonaten auch physisch auf einem guten Stand bin.

Laufband-Stufentests

Wenige Tage nach dem Kerzerslauf reiste ins Sportzentrum Kerenzerberg um dort die jährlichen Laufband-Stufentests zu absolvieren. Am Morgen stand der Flachtest auf dem Programm. Beginnend mit einer Geschwindigkeit von 9.8km/h, läuft man jeweils 3', dann wird innerhalb von 30" vom Ohr etwas Blut genommen (um später die Laktatwerte messen zu können) und der aktuelle Pulswert notiert. Weiter gehts 1.8km/h schneller. Dieses Prozedere wird so lange wiederholt, bis man einfach nicht mehr kann. Eine anstrengende Sache! Am Nachmittag gibt es einen ähnlichen Test. Diesmal aber mit 23% Steigung und angepassten Geschwindigkeiten.

Nach Hause reiste ich mit der Erkenntnis, dass meine Grundlagen gut sind, ich aber noch etwas an meinem Topspeed arbeiten muss. Diese Erkenntnis werde ich in den nächsten Wochen ins Training einfliessen lassen.

Nacht-SM

Diesen Samstag wurde mit der Nacht-SM die nationale Saison eröffnet. Bei angenehmen Temperaturen, in neuen Trimtex-Kleidern (die wir zuvor am Saison-Kick-Off des Nationalkaders erhalten hatten) starten alle Elite-Läuferinnen gemeinsam auf die 9,4 km lange Bahn mit 33 Posten. Verschiedene Gabelungsvarianten verhinderten, dass man einfach nur den anderen hinterherrennen konnte. Leider war mein Kopf nicht so bei der Sache und ich nahm mich selber bereits vor dem ersten Posten aus dem Rennen um die Topplätze. Schade (und sehr dumm) war's... (Rangliste, GPS)

Weiter geht es nächste Woche mit einem Trainingslager in Norwegen und später mit der Mittel-SM. Es gibt also schon bald wieder Möglichkeiten, meine Form zu testen. Und ich hoffe, dass ich aus meinen (vor allem technischen) Fehlern im März gelernt habe und es nächstes Mal besser mache!

19
Feb
2019

Tack Göteborg!

Tack Göteborg!

Nach einem knappen halben Jahr in Göteborg war es Zeit, Abschied zu nehmen und in die Schweiz zurückzukehren.

Göteborg by night

Es war eine spannende und lehrreiche Zeit in Göteborg. Einerseits konnten wir viele tolle OL-Trainings machen, andererseits haben wir unsere Klubbkollegen von Göteborg Majorna besser kennen gelernt und da ich zusätzlich an der Chalmers University studierte, konnte ich auch in dieser Hinsicht neue Erfahrungen sammeln.

Trainingswettkampf in Säffle

Nach einem Training in Strömstad

Im Langlaufparadies Sjusjön, Norwegen

Einer von vielen schönen Sonnenuntergängen

Winterrun in Göteborg mit Kunstschnee(!) auf der Strecke

Oftmals werde ich gefragt, ob es denn nicht dunkel und kalt gewesen sei. Klar, die Sonne ging schon früher unter als in der Schweiz. Doch da wir täglich im Hellen trainieren konnten, war der Unterschied zum Schweizer Winter nicht gross. Und Schnee hatten wir in Göteborg auch nur einzelne Tage!

Hafen von Göteborg

16
Oct
2018

Hej Sverige!

Vor bald 2 Monaten packten Jonas und ich all unsere Sachen und fuhren nach Schweden. Genauer gesagt nach Götenburg, unsere neue Heimat für das nächste halbe Jahr.

Seither ist viel passiert!

  • Weltcup in Sarpsborg, Norwegen: Nur wenige Tage nachdem Jonas und ich in Götenburg angekommen waren, reisten wir nach Sarpsborg weiter, um zuerst am Weltcup Rennen zu bestreiten und danach mit dem Nationalkader eine Woche zu trainieren. Es waren taffe Rennen und die Nordländer haben uns gezeigt, wie gut sie dieses (Heim-)Gelände beherrschen. Für mich ging mit diesem Weltcup die internationale Saison zu Ende, da ich beschlossen hatte, nicht an den Selektionsläufen für den Weltcupfinal in Prag teilzunehmen und den Fokus auf die Schwedischen Meisterschaften und 25-Manna zu legen.

  • Schwedische Meisterschaften (Long, Middle, Staffel): Praktisch direkt vom Trainingslager reiste ich nach Jönköping weiter, um dort die Schwedische Meisterschaft (SM) über die Langdistanz zu laufen. Die Vorbeitungen waren nach einem Trainingsblock sicher nicht ideal, doch da ich weder auf das Trainingslager noch auf die SM verzichten wollte, war ich auf müde Beine vorbereitet. Dass ich dann über zwei Stunden im Wald sein sollte und mit dieser Zeit eine Top 10 Plazierung nur knapp verpasste, hätte ich trotzdem nicht gedacht. In anderen Worten war es ein hartes, langes Rennen!

Eine Woche später scheiterte ich an der Mittel-SM bereits in der Quali. Mein Kopf und meine Beine hatten sich vom vorherigen Wochenende nicht erholt. Doch an der Staffel konnte ich mich nochmals zusammenreissen, lief eine sehr gute Startstrecke und konnte die Basis für unseren Erfolg legen: SM-Gold!!! Fotos: Lars Rönnols

  • Euromeeting: Unsicher, wie meine Sprint-Form war, reiste ich nach Dänemark. Ich wurde dann von mir selber überrascht. Ich fühlte mich gut und lief für mich sehr gute Rennen. Das hat richtig Spass gemacht! Foto: Helge Lang Pedersen

  • 25-Manna: Während die Elite in Prag den Weltcupfinal liefen, wurde in Stockholm die grösste Klubbstaffel ausgetragen. Ich durfte für Göteborg Majorna OK die Startstrecke laufen. Nachdem ich mit der Spitze übergeben konnte, liefen auch alle anderen 24 Läufer top und wir kämpften bis am Schluss um die Medaillenrängen. Was für eine Teamleistung! Foto: Lars Rönnols Foto: Robbie Anderson

  • Drammen: Die letzten Tage trainierten wir in Drammen und liefen die Norwegischen Meisterschaften im Nacht-OL. Das war OL vom Feinsten!

Nun neigt sich die Saison 2018 dem Ende zu. Jonas und ich werden am Wochenende nochmals nach Norwegen reisen und am "Blodslitet" teilnehmen. Danach ist es Zeit für eine Pause, um dann wieder voller Tatendrang das Training für die Saison 2019 zu starten!

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